extramural (außerhalb der Mauer)

Die, die keiner haben will,
die Ausgegrenzten.



Fehlerhafte Ausschreibung des Runden Tisches Arbeitshaus Rummelsburg

Januar 2014
Vom ersten Teil der Sitzung liegt nichts vor. Was zu der Ausschreibung gesagt und angemerkt wurde kann nicht berichtet werden.

In der historischen Beschreibung ging es dann um Entschädigungen, die Betroffene nicht erhalten haben und das in den Text sollte. Sowie die Erwähung dass das "Asozialen Problem" bis in die Gegenwart reicht.

Zum Ende der Sitzung wurde nachgefragt, was sie zu den "Professionellen" beschlossen haben. Zunächst drückte Herr Klemke das mit "das ist gesetzlich so vorgeschrieben" weg, erkannte jedoch schnell, wenn alle "professionell" sein müssen, dann gibt es keinen Nachwuchs mehr, der professionell werden könnte und das wäre diskriminierend, was dann rechtswidrig sein würde und erklärte das im Interessenbekundungsverfahren zu berücksichtigen.

Das ist zu spät, denn dann hätte sich kein Nachwuchskünstler daran beteiligt. Das Verfahren ist fehlerhaft.
Sitzungsendende 17 Uhr 30.
Im Übrigen waren alle satt und zufrieden, weil sie im Verfahren ausreichend berücksichtigt wurden. Anwesend gesamt 16 Personen.



Showdown bei der Expertenrunde / dem Runden Tisch zu den
Arbeitshäusern in Berlin Rummelburg

Am Freitag 22.11.2013 ist eine Ausschreibung zur künstlerischen Gestaltung eines Gedenken an die Unterdrückungsmechanismen in den Arbeitshäusern Rummelsburg in Gang gesetzt werden. Gut, ohne Diskussion, wie gewünscht.

Vorher jedoch ist der Arbeitskreis "Marginalisierte" von der Beteiligung an dem Verfahren zurückgetreten. "Wir  sind nicht das Feigenblatt, wir werden unseren guten Namen nicht  riskieren."

Nach vielen Besuchen von Gedenkorten in Berlin vergessen wir den Aufwand und werfen das Geld (schon selektierten - das merkt keiner, weil über geforderte Vita etc. versteckt.) Künstlern vor die Füße. Gewünscht wird etwas für die "Neue Wohngegend" Wertvolles. Geld ist allerdings in der Sonne geschmolzen. War bislang die Rede von zwei mal hunderttausend Euro, sind dies jetzt 140 tausend Euro geworden. Das Verfahren frist 60 T Euro, da wird dann auch klar, warum das Architekturbüro schon vorher ohne den Runden Tisch festgelegt wurde. Zehn Künstler dürfen sich für jeweils eintausend Euro Gedanken machen. Natürlich nicht jeder, die Zugelassenen müssen aus dem Kunstzirkus kommen und dies nachweisen. Das zur Betreuung ausgesuchte (von wem?) Architektenbüro ist schon benannt oder gar beauftragt. Die machen das schon im Sinne von ...

Hauptstreitpunkt ist das Ziel der Operation. Die einen wollen einen Schlußpunkt, das ist Vergangenheit und jetzt wohnen wir hier. Stört uns nicht, wir sind Eigentümer! Gruppe zwei sind die noch lebenden DDR-Nostalgiker, die sich in Bauchnabelbeschau - schlimme DDR-Haftanstalt - habe ich erlebt - ein Denkmal setzen wollen. Die letzte Minderheit setzt eher auf einen langfristigen Erkenntnisprozess: Von dort kommt unsere Gesellschaft, hat dies und jenes gemacht, wie ist es heute? Hat die Gesellschaft irgendetwas gelernt?

Ja, mer san jetzt a Demokratie. Gelernt ham wa aba nix.

Damit wir endlich zu Toppe kommen, stellen wir noch eine App von der DDR-Haftanstalt vor. Eine App für Geräte (Smartphones), die sich allerdings fast nur die Oberschicht leisten kann. Die Herstellung derselben ist fürstlich entlohnt worden. So ist denn auch deutlich welche Zielgruppe anvisiert und beteiligt wird. Schön ist natürlich auch die Entsorgung der Vergangenheit ins Internet. Freier Zugang. So wie bei den Museen mit ihren "in die Schranken verweisenden" Eingängen. Wer hier über die Schwelle geht, hat sich der Institution zu beugen! Seht euch den Eingang ins jüdische Museum in Berlin an.


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Aktionstag "Arbeitsscheu Reich" in Rummelsburg
Am 8. Juni 2013 von 15 - 17 Uhr findet vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäude des Arbeitshauses Rummelsburg in Berlin die diesjährige Gedenkveranstaltung zur Aktion "Arbeitsscheu Reich" statt.


Man wiederholt es solange, bis alle glauben es ist wahr.
So jedenfalls im Protokoll des Runden Tisches vom 26. April 2013.
"Alle Termine werden (..) an die E-Mailadressen der Teilnehmer des Runden Tisches verschickt (soweit sie sich in die Anwesenheitslisten eingetragen haben)." Mindestens eine Adresse wird nicht bedient und das trotz einer öffentlichen Intervention. Da wollen wir doch wissen; ist das vorsätzliches Handeln?
Der Protokollführer und Beauftragter des Bürgermeistes wurde jetzt gebeten, die email-liste zu veröffentlichen. Er will doch sicherlich den Anfangsverdacht der Manipulation der Bürgerbeteligung ausräumen.

Inhaltlich schien sich der Runde Tische am 26. April etwas zu öffnen, was die Informationspolitik betraf. Die Reflektion von der Aufstellung der Litfaßsäulen erfolgte ungewohnt kritisch. Dabei wurde  auf die Beteiligung  an der Auswahl der Texte hingewiesen, die sind zwar nicht für die graphische Gestaltung der Säulen verantwortlich, denn die lag vorher festgelegt bei dem vom Senat Beauftragten. Und offensichtlich haben die umgesetzt, was beauftragt wurde - zur Ehre des Senats.

Es erfolgte nach der Besichtigung der Polizeistation eine Diskussion: was könnten wir wollen. Die Gebäude der zur Zeit von der Polizei genutzten Beamtenwohnhäuser werden demnächst geräumt und der Bezirk hat sich diese erst einmal ohne konkrete Absichten und vor allem Finanzierungen gesichert.

Die Abwehrkämpfe waren deutlich:
Hieraus folgte die Verabredung im August die Strategiediskussion führen zu wollen.

Sonderinteressen des WIR (wir in Rummelburg)
Der Verein hat aus dem Mauerfond mehrere zehntausend Euro requiriert um eine Smartphone App zur Führung durch Rummelsburg zu erstellen. Eine Smartphone-Applikation ist lediglich ein kleines Progrämmchen, welches auf dem Telephonhandgerät Internetseiten darstellen kann. Inhaltlich wird natürlich nur die Aufarbeitung der DDR gefördert / geleistet. Da haben wohl die Finanziers (der Bund) keine Ahnung von dem was sie entscheiden.
Da paßt naürlich ins Bild, daß die Gruppe darum bittet einen W-Lan-Anschluß auf dem Gelände zur Verfügung zu stellen, um die Verbreitungskosten des Apps umzulegen.

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Temporäre Litfaßsäulen in Rummelsburg (seit dem 18.April 2013)

Für das Themenjahr 2013 in Berlin sind drei Litfaßsäulen auf dem Gelände der Rummelsburger Bucht gestaltet und aufgestellt worden. Die Veranstaltung mit zeitlich näher angesiedelten Zeugen war auf Castor-tv als live-stream dokumentiert.
Watch live streaming video from undergroundreports at livestream.com
 (http://www.livestream.com/undergroundreports/video?clipId=pla_325ed3b9-7111-4c15-bae1-5f293d860e99)

Die Darstellung auf den Säulen erscheint dilletantisch. Eine Säule ist dem Eigenlob oder der Einbettung in das Gesamtkonzept gewidmet und dessen Gestaltung deutlich lesefreundlicher als die beiden Säulen mit dem Inhalt zu den Rummelburger Disziplinaranstalten. Diese sind lediglich in der oberen Hälfte gestaltet mit Foto und Texten in deutscher und englischer Sprache.
             

Typographische Regeln wurden dabei konsequent mißachtet. So korrespondiert  die Textbreite  nicht mit der gewählten Schriftgröße und die ist zu klein gewählt. Wahrscheinlich sollen die Texte nicht gelesen werden.

Herkunft der Texte und Informationen werden einmal und dann wieder nicht angegeben. Die Darstellung der Namen hat da auch sein „Geschmäckle“ Vorname N. so wie es in der Zeitung bei vermeintlichen Delinquenten genutzt wird. Bei Edelleuten wie dem Graf von Stauffenberg und anderen akzeptierten Menschen ist das anders. Was für ein Bild wird da transportiert?

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Texte von der Seite extramural.de bis April 2012

Da gibt es aber arge Differenzen zwischen den "marginalisierten" und den "extramurales". Ja, immer Ärger mit den "Asozialen". Mit dem Ergebnis: Der Arbeitskreis Marginalisierte (jedenfalls ein Rest davon) hat im vermeintlichen Interesse des Vereins extramural die Webpräsenz  abschalten lassen. Allerdings haben die Akteure sich niemals zum Verein bekannt, sondern immer dem Arbeitskreis zugehörig. Was nun hinter dem Aktionismus steckt ist unklar. Die strittigen Texte liegen jetzt hier.

Ein Denkmal soll her.
Gedenken erfolgt an Denkmalen, locker gesagt an Kranzabwurfstellen. Was hat ein künstlerisch gestalteter Ort mit Denken zu tun, mit Gedenken und Nachdenken.

Ein Denkmal ist ganz toll, jedenfalls für den oder die Künstler. Es bietet Einkommen für Tätigkeiten, die andere als Hobby nur in der Freizeit selbstfinanziert realisieren können. Hinzu kommen die „Sachverständigen“, die als Jury, Gutachter, Vermarkter und sonstigen Dienstleister daran beteiligt sind.

Und repräsentativ demokratisch ist es auch – sieht jedenfalls auf den ersten Blick so aus.
Aus Kostengründen wird in der Regel ein begrenzter Wettbewerb ausgeschrieben. Das bedeutet: eine handvoll Auserwählter wird eingeladen einen künstlerischen Entwurf gegen Honorar einzureichen. Wenn eine Bürgerbeteiligung dabei vorgesehen ist, darf der Bürger in der Jury über die zu realisierende Arbeit mitentscheiden. Das bedeutet allerdings in der Regel eine begrenzte Mitsprache, denn was bei dem Wettbewerb herauskommt wird weitestgehend von der Auswahl der Protagonisten gestaltet.

Ein Beispiel
In den achtziger Jahren durfte ich als Betroffenenvertetung eines Sanierungsgebietes an einer Jury eines Kunstwettbewerbes teilnehmen. Eingeladen waren (ohne unsere Beteiligung) fünf Berliner Künstler, deren Namen uns bekanntgegeben wurden. Im Vorfeld habe ich mich kundig gemacht, was mich so erwartet. Ein Nachbar - Uwe Kolter[1] - brachte mich auf den Stand drei der Modellisten von ihren Arbeiten her zu erkennen. „Die machen immer so etwas.“ Den Stipendiaten von der Künstlerfarm Scharfenberg zu erkennen war bei den eingereichten Arbeiten auch recht einfach. Einer der Künstler war Georg Seibert. Und ich mußte erkennen, daß der Tisch auf dem Freizeitplatz auf dem Hof meines Hauses ein Kunstwerk von ihm war. (Die Einladung war wohl eine offensichtliche Subvention.) Zwei erkennbare Werke von ihm auf zwei nebeneinanderliegenden Grundstücken ist nicht akzeptabel. Zwei weitere Werke waren dermaßig abstrakt, so daß sie als Kunstobjekt in einer kleinen Parkfläche mit Spielplatz auch nicht in Frage kamen. Ach, was habe ich mich gefreut so manipuliert zu werden.
Georg Seibert hat sein Lebens- und Arbeitsthema „das Haus unsere zweite Haut“. Seine Werke laufen einem in Berlin an fast jeder Ecke über den Weg. (Da glaube ich weniger an Kunst, sondern eher an mafiöse Strukturen.) Langenscheidt- Ecke Crellestraße  und weiteres auf seiner Homepage.


Richtig. Das Mahnmal am Columbiadamm zum Gedenken an das erste KZ in Berlin hat mich auch geärgert.
Wie kann man ein sensibles Thema für seine Zwecke mißbrauchen und wer hat da mitgewirkt.


Bei der Recherche zu den den Tafeln an der Rummelsburger Bucht wird es dem aufmerksamen Leser klar, was Sache ist.Beim Gestalten der Erinnerungs- und Lernpunkte geht es nicht um diese, sondern um die ehrende Anerkennung der Gestalter. Da werden dann als Schlagworte die Namen des Bürgermeisters, der verflossenen Kunstamtsmitarbeiterin, der Designerin und so weiter genannt.[2]
Das ist ein Punkt, warum ein Kunstobjekt nicht für eine Geschichtsvermittlung in Berlin-Rummelsburg zur Debatte stehen kann.Geschichte ist fortlaufend und das läßt sich beim Arbeitshaus Berlin-Rummelsburg bestens darstellen. Es geht um das „Wer sind wir? Wie wurden wir das?“
Erkenntnis ist ein Prozess bei dem Fakten bewertet werden müssen und eine künstlerische Darstellung, die erst erkannt werden muß, verdrängt viele Faktoren und ermöglicht sich ganz leicht zu verweigern. Wen wundert das immer deutlichere Auftreten von Neonazis?


 
[1] Im Juni 2005 verschieden. Nachruf im Tagesspiegel
[2] Nachzulesen auf  http://www.gedenktafeln-in-berlin.de/nc/gedenktafeln/gedenktafel-anzeige/tid/arbeitshaus-und-gef/ am Ende der Seite.

Breite Offensive Themenjahr 2013
Der runde Tisch am 18. Januar wurde mit einer breiten Offensive von Klemke über das Themenjahr 2013 eröffnet.
Das Auditorium fragte sich: Sind auf auf einer falschen Veranstaltung? Obwohl ein  Flipchartständer mit Überschriften vorbereitet war, zog sich das Opening hin.
Endlich kam Klarheit. Der Bruder war verunsichert, weil niemand vom Arbeitskreis Marginalisierte anwesend war. Dann erschien ein Protagonist vom Arbeitskreis, entschuldigte sich für sein Zuspätkommen dreißigmal und machte den Aktivisten. Die Versammlung hielt sich jedoch deutlich zurück, was bei dem "Marginalisierten" nachdem er relativ erfolglos einen Teilnehmer direkt zum Dialog ansprach auch ankam.
Inhaltlich versuchte der Vortänzer den Begriff "asozial" als Schlagwort und Aufhänger zu etablieren. Das ist nur nicht so einfach, denn sobald es eine Definition gibt, ist er nicht mehr zu gebrauchen. Die Idee wurde nicht aufgegriffen. Allerdings hält Klemke daran unbedingt fest. Das wollten nicht einmal die Nationalsozialisten.  Korzilius [1]  stellt  bei seiner Betrachtung über die Asozialen in der DDR fest:  "daß man  bei der  Suche nach den Ursprüngen  der Asozialen-Topik  viel zu kurz griffe, wenn man  lediglich die Entwicklung  vom Kaiserreich  bis in die NS-Zeit betrachte."
Nachdem Klemke verschiedenes auf seinem Flipchart gesammelt hatte und die Einsetzung einer Arbeitsgruppe ankündigte und Beteiligte sammelte war Zeit für den "Marginalisierten" seinen Frust abzulassen.
Jetzt wollte er doch wissen, was aus der Expertenrunde geworden ist. Das Weibchen aus der Verwaltung fertigte ihn kurzerhand ab: das ist jetzt der "runde Tisch". Was denn? Wie denn? Er und der Arbeitskreis war an den Entscheidungen nicht beteiligt worden. Und weil das unterzugehen schien, legte er nach.
Er hätte gehört, die Einladungen und Protokolle zum Runden Tisch würden nicht jedem auf der Liste zugestellt. Klemke wollte jetzt dem Unruhestifter das Maul stopfen und sang das Hohelied von der pefekten deutschen Verwaltung: das kann nicht sein. Das zwang den Informanten sich erkennen zu geben. Klemke zog sich augenblicklich zurück und überließ das Problem dem öffentlichen Dienst, also dem Weibchen, welches dem Betroffenen erklärte: sein email-Posfach wäre voll und das wäre der Grund. Sie hat noch mehr Unsinn erzählt, immer nach der Devise der alte Sack hat keine Ahnung und die Typen, die den Arbeitskreis Marginalisierte irgendwie Unterstüzung gewähren - also die ...
Wen das Protokoll interessiert "hier" und auch die einzelnen Chartblätter liegen vor.
 
[1] Sven Korzilius, "Asoziale" und "Parasiten" im Recht der SBZ/DDR; 2005, S.697


Gedenktafeln enthüllt

Bei eisigen Temperaturen wurden am 14. Dezember 2012 zwei Gedenktafeln an der Rummelburger Friedrich-Jacobs-Promenade enthüllt.
Der anschließende Runde Tisch brachte lediglich die Erkenntnis: man müßte noch irgendwie forschen. Eingangsbücher, Transportlisten, Bestandsmeldungen, Arbeitsaufträge und was es so alles gegeben hat sind nicht zugreifbar. Vielleicht könnte man über Materialien anderer Institutionen etwas erschließen und nachweisen.
Die Frage, wer denn die Kärnerarbeit tun sollte, rührte man nicht an. Es kam jedoch der Vorschlag im Internet eine Seite mit dem aktuellen Stand einzurichten. Allerdings schien diese Idee nicht richtig ausgegoren zu sein. Wenn zwanzig leere Hefte für Fundstellen und Nachweise verteilt werden, bedeutet es nicht die Rückkehr eines einzigen mit Informationen angereicherten Heftes. Wir stellen gerne den Lagerraum für die Ernte, aber was ist mit Aussaat, Feldpflege und Erntearbeit?
Wertvolle Glücksfunde wie das Lagereingangsbuch des KZs Breitenau oder das Auffinden vergrabener Aufzeichnungen eines Insassen wie im KZ Lichtenburg kann man sich wünschen - mehr nicht. Die Lagerkartei im Prettiner Schloß ist eine Rekonstruktion, deren Erstellung sehr viel Aufwand benötigte.
Rummelsburg braucht da auch etwas mehr Aufwand, denn wahrscheinlich wird man nur über Rekonstruktionen etwas Licht in die Funktionalität und deren Betroffene bringen können.
 (Zum Protokoll von Klemke.)



Beschäftigungstherapie für "zu beteiligende Bürger"
Fast wie geplant macht der "Runde Tisch" zum Arbeitshaus Rummelsburg Ausflüge - zwar jetzt nicht zum Olympiastadion - sondern nach Marzahn zu der Gedenkstätte des "Zigeunerlagers" am Otto Rosenbergplatz.
Am 15. März 2013 um 16:30 wird "Herr Rainer E. Klemke (...) aufgrund seiner eigenen Vertrautheit mit der Entstehungsgeschichte des Sinti und Roma Gedenkortes, die Führung selbst übernehmen".


Gedenkstätte Berlin S-Bahnhof Roul-Wallenberg-Straße

 
Einladung zum zweiten Runden Tisch
Zum zweiten Runden Tisch ladet der Bürgermeister Lichtenbergs in das alte Lazarett, Erich-Müller-Straße 9, 10317 Berlin, am Freitag den 14. Dezember 2012 ein. Außer der zeitlichen Eingrenzung: Geschichte des Arbeitshauses "in der Epoche der Kaiserzeit und der Weimarer Republik von 1879 bis 1933", ist nichts über das weitere Vorgehen bekannt. Eben halt ein runder Tisch, jeder gibt seinen Senf dazu und dann sehen wir weiter. Das gibt dann Zeit für aktives Gestalten des "Abfrühstückens". Oder was bedeutet die Zeichen?
Vorher (15 Uhr dreißig) werden schnell zwei Gedenktafeln vor der Aussichtsplattform am Rummelsburger Ufer "feierlich" eingeweiht, die den historischen Ort markieren sollen und ein erstes sichtbares Zeichen des Gedenkprozesses setzen.
Abarbeiten und Akte zu, Gedenkprozess erledigt, kann es doch nicht sein. Das Arbeitshaus war eine Institution der strukturellen Gewalt und das Begreifen und Verstehen solcher Funktionalitäten braucht Zeit. Wer mehr wissen soll als die Bartfarbe Kaiser Barbarossas, braucht schon etwas mehr.
(Kaiser Barbarossa ist eine Anspielung auf den Inhalt des Lehrplanes an deutschen Schulen in Nordrhein-Westfalen 1960.)
Erkennen und Verstehen scheint nicht das Ziel des Gedenkprozesses zu sein. Die "Dumpfbacken" wollen endlich Schluß machen, "einmal muß Ende sein mit der Darstellung des schlechten Deutschen".
 
der erste Tag des Runden Tisches
Der erste runde Tisch am 26. Oktober sollte eine Einführung in die Geschichte des Arbeitshauses Rummelsburg mit Vorträgen von verschiedenen Referenten bringen. Je nach der Interpretation des Referenten, was eine Einführung ist, gab es flachere und extensivere Ausführungen zu den zeitlichen Abschnitten. Gelegentlich hatte man auch den Eindruck „Troubadix“ wäre da und so ein großes Publikum läßt er sich nicht entgehen. Versäumt wurde es einen Konsens über das weitere Vorgehen herzustellen.
Der nächste Termin soll eine halbe Stunde früher stattfinden, also 16 Uhr 30, leider bislang ohne konkretere Angabe des Tagesthemas.
 
Das Bezirksamt Berlin Lichtenberg kommt in die Puschen.
Das "Arbeitshaus" Berlin-Rummelsburg hat seinen Ruf der Institution der Unterdrückung in Jahrhunderten erworben und ihn schon beinahe verloren. Der Investor und das Land Berlin nennen das Gelände jetzt Campus Berlin. Eine Begriffswahl die der besseren Vermarktung dient und nicht negativ in Verbindung des Ortes gesetzt wird. Ein paar Aktivisten fordern seit Langem einen Runden Tisch, der der stillen Entsorgung deutlich entgegentreten soll. Eine wissenschaftliche Aufarbeitung einer solchen Institution ist zu nah an den heutigen Funktionsweisen und Praktiken des JobCenters.
Wurde von Regierungs wegen zunächst versucht über eine Expertenkommision (und irgendwie mit Geld ausgestattet) die Angelegenheit möglichst zu begraben, kommt nun Bewegung in die Angelegenheit. Der Bürgermeister des zuständigen Bezirks Berlin-Lichtenberg lädt zu einem Runden Tisch ein.
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Einladung zum Runden Tisch „Gedenken an der Rummelsburger Bucht“

Auf dem großen Areal an der Hauptstraße 8 im Ortsteil Rummelsburg im Bezirk Lichtenberg befanden sich zeitlich aufeinander folgend von 1879 bis 1990 verschiedene Anstalten, die vor allem der Reglementierung, Unterdrückung und Strafe dienten. Es besteht kein Zweifel daran, dass es sich um eine der geschichtspolitisch bedeutendsten Stätten in Berlin handelt, die in dieser Spezifik und Nutzungsfolge ohnegleichen in der Stadt ist.

Um über den Umgang mit der Vergangenheit und der Gegenwart dieses Ortes zu diskutieren, lädt Bezirksbürgermeister Andreas Geisel (SPD) Bürgerinnen und Bürger am Freitag, dem 26. Oktober 2012, um 17 Uhr in das Nachbarschaftszentrum „Altes Lazarett“, Erich-Müller-Straße 9, 10317 Berlin zu einem ersten Runden Tisch „Gedenken an der Rummelsburger Bucht“ ein.
„Das Bezirksamt Lichtenberg, Bezirkspolitiker/-innen, Historiker/-innen, Vertreter/innen von Opfergruppen sowie zahlreiche Anwohner/innen – wir alle sind auf einem guten Weg, gemeinsam in Rummelsburg ein würdiges Gedenken an die Opfer zu gestalten, denen wir uns verpflichtet fühlen. Nach zwei vorbereitenden Expertentreffen bietet nun der Runde Tisch einer breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich dieses Themas anzunehmen. Ich hoffe auf eine konstruktive und ergebnisreiche Diskussion“, so Geisel.
Als Einstieg vermitteln Impulsreferate von Historikern einen ersten Überblick über die Gesamtgeschichte des Ortes in seiner Vielfalt. Weitere Runde Tische mit Diskussionen zu den einzelnen zeitgeschichtlichen Abschnitten sind voraussichtlich für den 14. Dezember 2012 und den 18. Januar 2013 geplant.

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